Wohngebäude

Was bedeutet C im Energieausweis?

Stephan Grosser - Immobilienexperte in Bremen
Stephan Grosser Immobilienexperte für Energieausweise seit 2018

Sie halten Ihren Energieausweis in den Händen, Ihr Blick fällt auf das farbige Balkendiagramm – und dort steht ein großes C. Ist das gut? Schlecht? Müssen Sie jetzt etwas tun? Die Unsicherheit ist verständlich: Die Energieausweis-Skala mit ihren Buchstaben von A+ bis H wirkt auf den ersten Blick kryptisch, hat aber massive Auswirkungen auf den Wert Ihrer Immobilie, Ihre Nebenkosten und sogar auf Verkaufs- oder Vermietungspläne.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen präzise, was die Energieklasse C konkret bedeutet, wie sie sich im Vergleich zu anderen Klassen einordnet und welche praktischen Konsequenzen sich daraus für Sie als Hauseigentümer ergeben.

Was bedeutet C im Energieausweis?

Energieklasse C bedeutet einen Energieverbrauch von 75 bis 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Das entspricht einer mittleren energetischen Effizienz – Ihr Gebäude ist weder besonders sparsam noch besonders verbrauchsintensiv, sondern befindet sich im breiten Durchschnitt vieler deutscher Wohngebäude.

Diese Einordnung ergibt sich aus der standardisierten Energieausweis-Skala, die alle Immobilien anhand ihres berechneten Endenergiebedarfs oder -verbrauchs klassifiziert. Die Klasse C markiert den Übergangsbereich vom unteren Mittelfeld zum soliden Durchschnitt.

Wie funktioniert die Energieausweis-Skala?

Die Energieausweis-Skala orientiert sich am sogenannten Endenergiebedarf oder beim Verbrauchsausweis am tatsächlichen Energieverbrauch Ihres Gebäudes. Dieser Wert wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) angegeben und in eine der neun Effizienzklassen eingeordnet.

Die Farbskala reicht von dunkelgrün (sehr effizient) bis rot (sehr ineffizient):

EnergieklasseFarbekWh/m²aBedeutung
A+Dunkelgrünbis 30Niedrigstenergiehaus, sehr effizient
AGrün30 – 50Niedrigenergiehaus, effizient
BHellgrün50 – 75Gut, unter dem Durchschnitt
CGelb-Grün75 – 100Mittlerer Bereich, Durchschnitt
DGelb100 – 130Über dem Durchschnitt
EOrange130 – 160Höherer Verbrauch
FHellrot160 – 200Sehr hoher Verbrauch
GRot200 – 250Schlecht, hoher Sanierungsbedarf
HDunkelrotüber 250Sehr schlecht, dringender Handlungsbedarf

Die Energieklasse C liegt somit im mittleren Bereich dieser Skala – nicht ideal, aber auch kein Grund zur Panik. Viele Gebäude aus den 1980er bis 2000er Jahren erreichen automatisch diese Klassifizierung, ohne dass umfangreiche Sanierungen durchgeführt wurden.

Was ist die Energiekennzahl kWh/m²a?

Die Angabe kWh/m²a steht für Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr und ist die zentrale Messgröße im Energieausweis. Doch was bedeutet diese Zahl konkret?

Kilowattstunden (kWh) messen Energiemenge – vergleichbar mit der Leistung Ihres Stromzählers. Ein Kilowattstunde entspricht zum Beispiel dem Verbrauch einer 1.000-Watt-Heizung, die eine Stunde läuft.

Pro Quadratmeter (m²) bezieht sich auf die beheizte Wohnfläche Ihres Gebäudes. Je größer die Wohnfläche, desto mehr Energie wird theoretisch benötigt – durch die Bezugnahme auf den Quadratmeter werden unterschiedlich große Wohnungen vergleichbar.

Pro Jahr (a) annualisiert den Verbrauch über die Heizperiode und das ganze Jahr, um saisonale Schwankungen auszugleichen.

Bei einem Energiebedarfsausweis wird dieser Wert rechnerisch ermittelt – basierend auf Bauteilen, Dämmung, Heizungstechnik und Gebäudegeometrie. Bei einem Energieverbrauchsausweis werden die tatsächlichen Heizkosten der letzten drei Jahre zugrunde gelegt.

Ist Energieklasse C gut oder schlecht?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Für einen Neubau ab dem Jahr 2000 ist Energieklasse C eher enttäuschend. Hier wären durch moderne Bauweisen und die EnEV-Vorgaben eher die Klassen A oder B zu erwarten. Ein Neubau mit Klasse C deutet oft auf Planungsfehler, schlechte Bauausführung oder einen übermäßigen Verbrauch der Bewohner hin.

Für einen Altbau vor 1979 hingegen ist Klasse C oft ein positives Zeichen. Wie sich die Wohnfläche auf den Energiekennwert auswirkt, sollten Sie dabei ebenfalls kennen. Viele ungedämmte Altbauten aus der Gründerzeit landen automatisch in den Klassen E bis H. Wenn Ihr historisches Gebäude Klasse C erreicht, wurden vermutlich bereits wichtige Sanierungsmaßnahmen wie Fenstertausch, Dachdämmung oder eine moderne Heizung umgesetzt.

Vergleichen wir die konkreten Zahlen: Ein Gebäude mit 100 m² Wohnfläche in Klasse C benötigt jährlich etwa 7.500 bis 10.000 kWh für Heizung und Warmwasser. Das entspricht bei einer Gasheizung mit aktuellen Preisen Heizkosten von etwa 1.200 bis 1.600 Euro im Jahr – kein Schnäppchen, aber auch keine Katastrophe.

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Was bedeutet C für Verkauf und Vermietung?

Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG, in Kraft seit 1.11.2020, Novelle 1.1.2024) spielt die Energieeffizienzklasse eine immer größere Rolle bei Immobilientransaktionen.

Beim Verkauf müssen Sie den Energieausweis potenziellen Käufern vorlegen. Energieklasse C ist hier ein akzeptabler Wert – sie signalisiert: “Das Haus ist solide, nicht marode, aber es gibt noch Optimierungspotenzial.” Viele Käufer suchen heute gezielt nach Klassen A oder B, da sie die zukünftigen Betriebskosten im Blick haben. Gleichzeitig schreckt C keine ernsthaften Interessenten ab, solange der Preis angemessen ist.

Bei der Vermietung wird die Energieklasse ebenfalls wichtiger. Mieter vergleichen heute nicht nur Kaltmiete, sondern gesamte Wohnkosten. Ein Objekt in Klasse C kann bei steigenden Energiepreisen für kostenbewusste Mieter weniger attraktiv sein als ein vergleichbares Objekt in Klasse B. Es gibt derzeit keine gesetzliche Vermietungssperre aufgrund der Energieklasse – auch nicht für schlechtere Klassen. Allerdings könnten zukünftige EU-Vorgaben hier Änderungen bringen.

Langfristig ist zu erwarten, dass die Anforderungen an die Energieeffizienz verschärft werden. Wer heute in Klasse C liegt, sollte daher prüfen, ob eine Weiterentwicklung zu B oder A wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wie kommt man von Energieklasse C auf B oder A?

Der Sprung von C nach B (unter 75 kWh/m²a) oder sogar A (unter 50 kWh/m²a) ist durchaus erreichbar, erfordert aber gezielte Maßnahmen. Die Effizienzklasse wird maßgeblich durch vier Faktoren bestimmt:

1. Wärmedämmung der Gebäudehülle Die größte Heizenergie geht durch Wände, Dächer und Kellerdecken verloren. Eine nachträgliche Dämmung der Fassade kann den Energiebedarf um 25-40 % senken. Bei einem Gebäude in Klasse C (z.B. 85 kWh/m²a) kann das bereits den Sprung in Klasse B bedeuten.

2. Fenster erneuern Alte Fenster mit einfacher oder doppelter Verglasung (ohne Wärmedämmung) sind Energiefresser. Moderne Fenster mit 3-fach-Verglasung und gedämmten Rahmen sparen bis zu 20 % Heizenergie.

3. Heizung modernisieren Eine alte Öl- oder Gasheizung mit geringem Wirkungsgrad belastet den Energieausweis massiv. Der Umstieg auf eine effiziente Gas-Brennwertheizung, eine Wärmepumpe oder eine Pelletsheizung kann je nach Ausgangslage 15-30 % Einsparung bringen.

4. Lüftung optimieren Ein unbeabsichtigter Wärmeverlust entsteht durch undichte Fenster, Türen und Mauerdurchbrüche. Eine professionelle Dichtheitsprüfung (Blower-Door-Test) kann diese Schwachstellen identifizieren.

Um von C auf B zu kommen, reicht oft bereits eine Hauptmaßnahme (Fassadendämmung oder Heizungstausch) kombiniert mit zwei Nebenmaßnahmen (Fenster, Lüftung, Dachdämmung). Für den Sprung nach A sind in der Regel mehrere Maßnahmen kombiniert nötig – plus eine regenerative Energiequelle wie Solarthermie oder Photovoltaik.

Typische Gebäude in Klasse C

In meiner täglichen Arbeit als Experte für Energieausweise in Bremen und Umgebung sehe ich typische Muster bei der Energieklasse C:

Sanierte Altbauten: Gründerzeithäuser, die Fenstertausch, Dachdämmung und eine moderne Heizung erhalten haben, landen häufig in Klasse C — ein gutes Ergebnis für Gebäude, die ursprünglich in Klasse F-H lagen.

Reihenhäuser der 1960er-80er Jahre: Nach gezielten Maßnahmen wie Heizungstausch und Dachdämmung erreichen diese Gebäude oft den C-Bereich.

Ältere Neubauten (2000-2010): Gebäude dieser Ära entsprechen oft automatisch der Klasse C, da die damaligen EnEV-Anforderungen weniger streng waren als heute.

Häufig gestellte Fragen

Ist Energieklasse C bei einem Altbau gut?

Ja, für einen Altbau vor 1979 ist Energieklasse C ein respektables Ergebnis. Viele ungedämmte Altbauten aus der Gründerzeit erreichen automatisch nur die Klassen E bis H. Klasse C zeigt, dass bereits wichtige Sanierungsarbeiten wie Fenstertausch, Dämmung oder Heizungsmodernisierung durchgeführt wurden. Allerdings gibt es bei Altbauten oft noch Potenzial für weitere Verbesserungen.

Kann ich mein Haus mit Energieklasse C verkaufen?

Absolut. Es gibt keine gesetzlichen Verkaufsbeschränkungen für Gebäude in Klasse C. Die Klasse ist marktüblich und wird von den meisten Käufern akzeptiert, sofern der Kaufpreis angemessen ist. Allerdings sollten Sie beachten, dass zukunftsorientierte Käufer zunehmend nach besseren Energieklassen suchen oder entsprechende Preisabschläge für höhere Betriebskosten erwarten.

Was kostet der Sprung von Energieklasse C nach B?

Die Kosten variieren stark je nach Ausgangslage. Typische Investitionen für den Sprung von C nach B (unter 75 kWh/m²a) liegen zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Eine Fassadendämmung kostet ca. 100-150 €/m², neue Fenster 500-800 €/m², eine neue Heizung 10.000-25.000 Euro. Förderungen durch BAFA und KfW können 20-40 % der Kosten decken. Ein Fachmann kann vorab eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen.

Wie wird die Energieklasse im Energieausweis berechnet?

Beim Energiebedarfsausweis wird die Klasse rechnerisch ermittelt: Ein Softwareprogramm (nach DIN V 4108-6 für Wohngebäude bzw. DIN V 18599 für Nichtwohngebäude) berechnet den theoretischen Energiebedarf basierend auf Bauteilen (Wände, Dach, Fenster), Heizungsanlage, Lüftung und Warmwasserbereitung. Beim Energieverbrauchsausweis werden die tatsächlichen Energiekosten der letzten drei Jahre herangezogen und auf ein Normalnutzerverhalten umgerechnet. Beide Methoden ordnen das Ergebnis der Skala A+ bis H zu. Wie Sie die Werte im Energieausweis richtig lesen, erkläre ich in einem separaten Artikel.

Kann sich die Energieklasse verschlechtern?

Ja, theoretisch kann sich die Energieklasse verschlechtern, wenn sich die Nutzung ändert oder Bauteile altersschwach werden. In der Praxis passiert dies selten, da die Klassifizierung im Energiebedarfsausweis auf den physikalischen Eigenschaften des Gebäudes basiert, die sich nicht spontan ändern. Beim Verbrauchsausweis können höhere Verbräuche (z.B. durch intensivere Nutzung, mehr Bewohner, höhere Raumtemperaturen) zu einer schlechteren Klasse führen. Umgekehrt kann eine bessere Nutzung auch eine Verbesserung bewirken.

Alle Informationen zu Energieausweisen für Wohngebäude finden Sie auf meiner Übersichtsseite.

Lesen Sie auch: Energieausweis Einfamilienhaus

Fazit: Energieklasse C ist solides Mittelmaß mit Potential

Energieklasse C bedeutet 75-100 kWh/m²a und ordnet Ihr Gebäude im mittleren Bereich der Effizienzskala ein. Für Neubauten ist dieser Wert verbesserungswürdig, für Altbauten oft ein respektables Ergebnis nach Sanierung.

Die Energieklasse C ist weder ein Grund zur Beunruhigung noch ein Grund zur Selbstzufriedenheit. Sie signalisiert: Ihr Gebäude funktioniert energetisch solide, aber es gibt noch Luft nach oben. Ob sich eine weitere Sanierung lohnt, hängt von Ihren individuellen Plänen ab – verbleiben Sie langfristig im Haus, kann eine Verbesserung zu B oder A sinnvoll sein. Planen Sie einen Verkauf, ist C ein akzeptabler Wert, der keine Panik auslöst.

Wichtig ist: Der Energieausweis gibt Ihnen die Transparenz, die Sie für Entscheidungen brauchen. Kennen Sie Ihre Klasse nicht, können Sie weder Sanierungen planen noch seriös über den Wert Ihrer Immobilie diskutieren.

Durch meine Best-Case-Optimierung stelle ich sicher, dass Ihr Energieausweis den bestmöglichen Wert für Ihre Immobilie zeigt – rechtssicher und zu Ihrem Vorteil. So kann aus einer knappen Klasse D eine Klasse C werden, wenn alle zulässigen Stellschrauben genutzt werden.

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Stephan Grosser – Ihr Experte für Energieausweise in Bremen und Umgebung, seit 2018

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