iSFP

BAFA & KfW Energieberater: Experten für Fördermittel in Bremen

Stephan Grosser - Immobilienexperte in Bremen
Stephan Grosser Immobilienexperte für Energieausweise seit 2018

Wer eine energetische Sanierung plant, stößt auf die Begriffe „BAFA Energieberater” und „KfW Energieberater”. In der Praxis handelt es sich um dieselben Fachleute — alle sind in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena registriert. Der Unterschied liegt in den Förderprogrammen: Das BAFA verwaltet Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, die KfW vergibt zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Heizungstausch und Komplettsanierungen. Beim Heizungstausch sind bis zu 70 % Förderung möglich.

Die energetische Sanierung eines Gebäudes erfordert fachkundige Planung. Energieeffizienz-Experten begleiten Eigentümer durch den gesamten Prozess — von der Erstberatung über die Antragstellung bis zur Umsetzung. Diese Fachleute sind in der Energieeffizienz-Expertenliste registriert und können sowohl BAFA- als auch KfW-Förderprogramme begleiten.

Für Verbraucher ist die Abgrenzung oft verwirrend, weil die Förderlandschaft 2024 umstrukturiert wurde: Seit Januar 2024 laufen Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) über das BAFA, während der Heizungstausch über das KfW-Programm 458 abgewickelt wird. Komplettsanierungen zum Effizienzhaus fördert die KfW über das Programm 261. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und zeigt, wie Sie die maximale Förderung erhalten.

Was ist ein BAFA Energieberater?

Definition und Zulassung

Ein BAFA Energieberater ist ein durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassener Fachplaner, der Eigentümer und Käufer von Wohngebäuden bei der energetischen Sanierung berät. Die Zulassung erfolgt nach strengen Kriterien und erfordert:

  • Fachliche Qualifikation: Abschluss als Architekt, Bauingenieur oder Energieberater mit spezifischer Weiterbildung
  • Berufserfahrung: Nachweisbare Praxis in der energetischen Gebäudesanierung
  • Fortbildung: Regelmäßige Teilnahme an BAFA-Schulungen
  • Haftpflichtversicherung: Berufshaftpflicht für Beratungstätigkeiten

Das BAFA führt eine öffentliche Liste aller zugelassenen Berater, die Verbraucher zur Überprüfung nutzen können.

Förderprogramm: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

BAFA-zugelassene Energieberater beraten zu den Förderprogrammen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Seit 2024 ist die Zuständigkeit aufgeteilt:

FörderbereichZuständigFörderungBesonderheit
Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Türen)BAFA (BEG EM)15 % + 5 % iSFP-BonusMax. 60.000 € förderfähige Kosten/WE
HeizungsoptimierungBAFA (BEG EM)15 % + 5 % iSFP-BonusMax. 30.000 € förderfähige Kosten/WE
HeizungstauschKfW 45830–70 % ZuschussGrundförderung + Boni (seit 2024)
Komplettsanierung (Effizienzhaus)KfW 261Kredit + Tilgungszuschuss5–45 % je nach Standard

Leistungen eines BAFA Energieberaters

Die Beratungsleistungen umfassen:

  1. Energetische Bestandsanalyse

    • Aufnahme des Ist-Zustands
    • Wärmebildaufnahme
    • Identifikation von Schwachstellen
  2. Sanierungsfahrplan (iSFP)

    • Entwicklung einer maßgeschneiderten Sanierungsstrategie
    • Priorisierung von Maßnahmen
    • Wirtschaftlichkeitsberechnung
  3. Fördermittelberatung

    • Prüfung der Förderfähigkeit
    • Antragstellung beim BAFA
    • Dokumentation der Maßnahmen
  4. Baubegleitung

    • Überwachung der Ausführung
    • Qualitätskontrolle
    • Abnahme der Arbeiten

Was ist ein KfW Energieberater?

Definition und Zulassung

Ein KfW Energieberater ist ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) anerkannter Experte, der Eigentümer bei der Umsetzung von KfW-Förderprogrammen unterstützt. Die Anerkennung erfordert:

  • Qualifikationsnachweis: Abschluss in Architektur, Bauingenieurwesen oder Energieberatung
  • KfW-Schulung: Teilnahme an spezifischen KfW-Seminaren
  • Praxiserfahrung: Nachweisbare Projekte im Bereich energetische Sanierung
  • Registrierung: Eintragung in das KfW-Expertensystem

Förderprogramme der KfW

Energieeffizienz-Experten beraten zu den aktuellen KfW-Programmen:

KfW-Programm 261 – Wohngebäude-Kredit (Komplettsanierung)

  • Zinsgünstige Kredite bis 150.000 € pro Wohneinheit
  • Tilgungszuschuss von 5 % bis 45 % je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard
  • Fördert Sanierung zum Effizienzhaus 85, 70, 55 oder 40

BEG EM (BAFA) – Einzelmaßnahmen

  • Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • 15 % Grundförderung + 5 % iSFP-Bonus (das frühere KfW-Programm 262 ist seit 2023 in der BEG EM aufgegangen)

KfW-Programm 458 – Heizungsförderung (seit 2024)

  • Zuschuss für den Heizungstausch (Wärmepumpe, Biomasse, Solarthermie u.a.)
  • 30 % Grundförderung + bis zu 20 % Klimageschwindigkeitsbonus + bis zu 30 % Einkommensbonus
  • Maximale Förderquote: 70 %

KfW-Programm 297/298 – Klimafreundlicher Neubau

  • Zinsgünstige Kredite für klimafreundliche Neubauten
  • Ersetzt die frühere Neubauförderung über KfW 261

Leistungen eines KfW Energieberaters

Die Beratung durch KfW Energieberater umfasst:

  1. Energieberatung vor Ort

    • Gebäudebegehung
    • Potenzialanalyse
    • Maßnahmenempfehlung
  2. Förderberatung

    • Auswahl des passenden KfW-Programms
    • Darlehensberatung
    • Antragsunterstützung
  3. Sanierungskonzept

    • Erstellung eines KfW-Effizienzhaus-Konzepts
    • Wirtschaftlichkeitsberechnung
    • Phasenplanung
  4. Abrechnungssupport

    • Dokumentation der Maßnahmen
    • Vorabprüfung der Auszahlungsunterlagen
    • Begleitung bis zur Förderzusage

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BAFA vs. KfW Energieberater: Die wichtigsten Unterschiede

Vergleich der Förderwege

Wichtig: Es gibt nicht „den BAFA-Berater” und „den KfW-Berater” als getrennte Berufsgruppen. Alle zugelassenen Energieeffizienz-Experten sind in der gemeinsamen Energieeffizienz-Expertenliste der dena registriert und können beide Förderwege begleiten. Der Unterschied liegt in den Programmen:

KriteriumBAFA-Programme (BEG EM)KfW-Programme (261, 458)
FörderformZuschuss (nicht rückzahlbar)Kredit mit Tilgungszuschuss / Zuschuss (458)
SchwerpunktGebäudehülle, HeizungsoptimierungHeizungstausch, Komplettsanierung
iSFP-Bonus+5 % auf FörderungNicht bei allen Programmen
Fachplanung/Baubegleitung50 % gefördert50 % gefördert
AntragswegDirekt beim BAFAÜber Hausbank (261/262) oder direkt KfW (458)

Wann BAFA, wann KfW?

BAFA Energieberater empfohlen bei:

  • Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik (Fenster, Dämmung, Lüftung)
  • Komplettsanierung mit Zuschusspräferenz
  • Wenn Eigenkapital für Sanierung vorhanden ist
  • Bei Wunsch nach nicht rückzahlbaren Zuschüssen

KfW Energieberater empfohlen bei:

  • Umfassenden Sanierungen ohne ausreichendes Eigenkapital
  • Wenn zinsgünstige Finanzierung benötigt wird
  • Bei Investitionen über 60.000 €
  • Für Neubauten nach Effizienzhaus-Standard

Kombinationsmöglichkeiten

In der Praxis sind die meisten Energieeffizienz-Experten für alle relevanten Förderprogramme zugelassen und können beide Wege parallel begleiten. Die Programme lassen sich kombinieren:

  • BAFA-Zuschuss für Gebäudehülle (Dämmung, Fenster)
  • KfW-Zuschuss für Heizungstausch (Programm 458)
  • KfW-Kredit für Komplettsanierung (Programm 261)
  • iSFP-Bonus (5 %) auf BEG-Einzelmaßnahmen (nicht für KfW-458 Heizungstausch)

Die BAFA-konforme Energieberatung: Ablauf und Kosten

Schritt-für-Schritt Ablauf

In meiner Praxis als Experte für Energieausweise in Bremen berate ich regelmäßig zu Fördermitteln und arbeite mit dena-zertifizierten Energieeffizienz-Experten zusammen. Der Ablauf einer BAFA-konformen Energieberatung läuft typischerweise so ab:

1. Erstgespräch (ca. 30-60 Minuten)

  • Vorstellung des Gebäudes und der Sanierungsziele
  • Erste Einschätzung des Förderpotenzials
  • Erläuterung der Beratungsleistungen
  • Honorarvereinbarung

2. Vor-Ort-Beratung (ca. 2-3 Stunden)

  • Gebäudebegehung
  • Aufnahme aller relevanten Daten
  • Wärmebildaufnahme
  • Erste Maßnahmenempfehlungen

3. Schriftliches Konzept (2-4 Wochen Bearbeitungszeit)

  • Detaillierte Sanierungsvorschläge
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung
  • Fördermittelübersicht
  • iSFP (bei Komplettsanierung)

4. Nachbereitung (optional)

  • Angebotsvergleich
  • Baubegleitung
  • Abnahme und Dokumentation

Kosten der Beratung

LeistungBAFA-FörderungFörderhöchstbetrag
iSFP für EFH/ZFH50 % der Kosten (seit 8/2024)Max. 650 € Zuschuss
iSFP für MFH (ab 3 WE)50 % der Kosten (seit 8/2024)Max. 850 € Zuschuss
Fachplanung & Baubegleitung50 % der KostenAbhängig vom Vorhaben

Für Eigentümer bedeutet dies: Die geförderte Energieberatung mit iSFP ist eine der rentabelsten Investitionen — Sie erhalten einen professionellen Sanierungsfahrplan und sichern sich zusätzlich den iSFP-Bonus von 5 % auf alle folgenden Einzelmaßnahmen.

Förderfähige Maßnahmen im Überblick

BAFA-Förderung nach BEG

Gebäudehülle:

  • Dämmung von Außenwänden
  • Kellerdeckendämmung
  • Dach- und Dachschrägendämmung
  • Fenster- und Türerneuerung

Heizungstausch (seit 2024 über KfW 458, nicht mehr BAFA):

  • Wärmepumpen (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser)
  • Biomasseheizungen (Pellets, Hackschnitzel)
  • Solarthermieanlagen
  • Brennstoffzellenheizungen
  • Wärmenetze

Nicht mehr förderfähig seit 1. Januar 2024:

  • Gas-Brennwertheizungen (auch nicht in Kombination mit erneuerbaren Energien)

KfW-Förderung

KfW-Effizienzhaus-Standards (Sanierung, KfW 261):

Effizienzhaus-StandardTilgungszuschussMit EE-KlasseMit WPB-Bonus
Effizienzhaus 855 %10 %15 %
Effizienzhaus 7010 %15 %20 %
Effizienzhaus 5515 %20 %25 %
Effizienzhaus 4020 %25 %30 %
Effizienzhaus Denkmal5 %10 %

Hinweis: Für Neubauten wird seit 2023 kein Effizienzhaus 55 mehr gefördert. Neubauten laufen über KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau).

Lesen Sie auch meinen Ratgeber zu den iSFP-Kosten in Bremen und erfahren Sie mehr über kostenlose Energieberatung in Bremen Nord.

Erfahren Sie mehr über den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) auf meiner Übersichtsseite.

Häufige Fragen zu BAFA und KfW Energieberatern

Kann ich BAFA und KfW gleichzeitig nutzen? Ja, in vielen Fällen ist eine Kombination sinnvoll. Der BAFA-Zuschuss deckt einen Teil der Sanierungskosten, ein KfW-Kredit finanziert den Rest zinsgünstig.

Muss ich den Energieberater selbst bezahlen? Die Beratungskosten werden zu einem Großteil gefördert. Der Eigenanteil liegt typischerweise bei 20-50% der Gesamtkosten, abhängig vom gewählten Förderweg.

Wie finde ich einen zugelassenen Berater? Alle zugelassenen Experten finden Sie in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena. Dort können Sie nach Postleitzahl und Förderprogramm filtern.

Wie lange dauert die Beratung? Die komplette Beratung von der Erstberatung bis zum schriftlichen Konzept dauert in der Regel 2-4 Wochen.

Ist die BAFA-Beratung für alle Gebäude möglich? Die Beratung ist für bestehende Wohngebäude und Neubauten möglich. Für Nichtwohngebäude gelten teilweise andere Förderkriterien.

Muss ich die empfohlenen Maßnahmen umsetzen? Nein, die Beratung ist unverbindlich. Sie erhalten Empfehlungen, können aber frei entscheiden, welche Maßnahmen Sie umsetzen möchten.

Was passiert, wenn die Förderung abgelehnt wird? Ein erfahrener Energieberater prüft vor der Antragstellung die Förderfähigkeit. Bei Ablehnung können meist Widerspruch eingelegt oder Nachbesserungen vorgenommen werden.

Fazit

BAFA und KfW Energieberater sind Ihre Schlüssel zu maximaler Förderung bei energetischer Sanierung. Während BAFA-Berater sich auf Zuschüsse konzentrieren, begleiten KfW-Berater zinsgünstige Kredite. Die Wahl hängt von Ihrer Finanzierungssituation und den geplanten Maßnahmen ab. Oft ist eine Kombination beider Förderwege optimal. Auch beim individuellen Sanierungsfahrplan setze ich auf Best-Case-Optimierung: Jede Maßnahme wird so geplant, dass Sie den maximalen Förderbetrag erhalten.

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Rufen Sie mich an: 0421 6689 4123 – ich berate Sie persönlich zu BAFA- und KfW-Förderung.

Stephan Grosser – Ihr Experte für Energieausweise in Bremen und Umgebung, seit 2018

Stephan Grosser - Immobilienexperte in Bremen
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